Jazzstile

Die Geschichte des Jazz ist die Geschichte seiner Stile. Nachdem Jazz an Popularität gewann und in der Musikkultur fest verankert war, tauchten verschiedene Jazzstile auf. Die Vielfalt der Jazzstile, von denen es heute mehr dreißig gibt, ist überwältigend.

Blues

Eine der populärsten Jazzstile ist der Blues, der als traurige und melancholische Musik bezeichnet wird. Die Bluesmusik wird langsam, ohne Eile gespielt. Blues kommt im Jazz meistens in instrumentaler Form vor. Es war der Blues, der die Grundlage für viele unvergessliche Auftritte von Louis Armstrong und Duke Ellington bildete.

Big Band

Jazz-Bigbands wurden in den 30er-Jahren des 20. Jahrhunderts sehr berühmt. Sie behielten ihre Popularität bis Ende der 50er-Jahre. Ungewöhnlich für Jazz zeichnet sich dieser Still durch strenge Regeln und Disziplin aus. In einem Bigband-Orchester nahm jeder Musiker einen ihm vorgeschriebenen zurückhaltenden Platz ein.

Smooth Jazz

Smooth Jazz ist eine leichte, sanfte und entspannte (easy listening) Jazzmusik. Dieser Stil erschien in den 60 bis 70er-Jahren des 20. Jahrhunderts in den USA unter dem Einfluss von Pop, Funk und Blues. Es ist eine zeitgenössische Musik, mit der man sich nach einem stressigen Tag richtig entspannen kann.

Bebop

Bebop entstand in den 40er-Jahren des 20. Jahrhunderts als ein Jazzmusikstil, der den Swing als den Hauptstill ablöste. Sein Hauptmerkmal sind komplexe Improvisationen und schnelles Tempo. Das war eine experimentelle, nicht kommerzielle Musikrichtung. Im Gegensatz zum Swing ist Bebop ein Stil, bei dem der komplexen Improvisation viel Aufmerksamkeit geschenkt wird und der Schwerpunkt mehr auf Harmonie als auf Melodie liegt. Die bekanntesten Vertreter des Bebop sind Dizzy Gillespie, Charlie Parker, Max Roach, Telonius Monk und Bad Powell.

Obwohl sich Jazz in verschiedene Improvisationsstile entfaltet, gilt die Folklore als seine Ursprungskomponente. Im Gegensatz zum Jazz ist die Folklore jedoch geschlossen und zielt darauf ab, Traditionen zu bewahren. Jazz wird von Kreativität, Dynamik und Ideenvielfalt geprägt, die in Kombination mit Improvisation viele Musikstile hervorgebracht haben. So verwandelten sich Volkslieder afroamerikanischer Sklaven in komplexe berühmte Orchesterwerke. Jazz wurde zu einer unerschöpflichen Quelle von Inspirationen und Methoden, die auf alle anderen Musikrichtungen einwirken – von Pop und Rock bis zu zeitgenössischer Orchestermusik.